Auf Weihnachtsgeschenkideensuche

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Weihnachten rückt immer näher und somit auch meine, ja, schon fast panischen Überlegungen, was ich meinen Eltern, meiner Freundin und meinen Freunden nur schenken soll.

 

Ich bin nicht gerade kreativ oder einfallsreich, was das Geschenkeaussuchen angeht, somit dachte ich, ich fange dieses Jahr mal früher an mit den Überlegungen. Dafür schlenderte ich vergangene Woche fast täglich durch die Freiburger Innenstadt auf der Suche nach Ideen. Die Reizüberflutung durch die unzähligen Produkte in den mehrstöckigen Kaufhäusern, erschwerte mir zusätzlich meine Situation. Aber was für eine andere Wahl blieb mir, als den Dschungel nach der Nadel im Heu… ähm im Unkraut abzusuchen? Keine, genau. Also erreichte ich Stunden später müde, gereizt und mit der Hoffnung auf dem Nullpunkt die Spielzeugabteilung vom Kaufhaus Müller. Mein Ziel war lediglich noch, eine Geschenkidee für den siebenjährigen Sohn einer Freundin von mir zu finden. Bei Kindern ist das Auswahlverfahren an Produkten eingeschränkter. Dachte ich zumindest. Ich stand ratlos am Fuße der Rolltreppe und blickte hektisch umher.

 

Zu meiner Linken waren Regale voller Kuscheltiere in allen Größen, Arten und Farben. Dahinter Playmobil und Lego. Zu meiner Rechten Gesellschaftsspiele für unterschiedliche Altersklassen und in diversen Kategorien:

Unter anderem Brettspiele, Würfelspiele, Kartenspiele, Geschicklichkeitsspiele, Puzzles, Spiele mit Knete und verschiedene biochemische Forschungsspiele. Vor mir Modellbaukästen und fertige Modelle wie Eisenbahnen, Flugzeuge, Autos und Schiffe. Und hinter mir Puppen und sonstige Dinge, die Mädchenherze höher schlagen lassen.

"Hier muss ich wenigstens nicht hingehen", dachte ich und entschied mich, zuerst die Waren vor mir zu durchkämmen.

Nicht lange, nur etwa 53 Minuten, und ich wusste, dass ich zu geizig war, um mein Budget für Modelle auszugeben, und für Modellbaukästen war der Sohn noch zu jung und ungeschickt. Somit wandte ich mich nun zu meiner Linken und nahm jegliche Playmobilsachen in die Hand, bevor ich sie nach kurzem Gewichtsvergleich und sonstiger Warenprüfungen wieder zurückstellte. Gleiches machte ich mit dem Lego. Auch hier setzte mein Geiz seine Grenzen. Seufzend drehte ich mich um 180 Grad und ging zu den Gesellschaftsspielen. Die waren zumindest teilweise bezahlbar. Wieso ich trotzdem verzweifelt auf die unzähligen Spiele starrte, dutzende Beschreibungen auf den Verpackungen unsicher las und mich dann doch wieder abwendete, wurde mir erst später klar. Ich Hallodri hatte ganz vergessen die Freundin zu fragen, welches Spiele ihr Sohn schon hatte und welche noch nicht.

Meine Stimmung sank nun in den zweistelligen, nein quatsch in den dreistelligen Minusbereich, mein Kinn auf die Brust und ich verließ ohne den Spielsachen noch eines Blickes zu würdigen die Abteilung und schließlich auch das Kaufhaus.

 

Jedes Jahr dasselbe Theater zu Weihnachten. Planlose Endlossucherei in verstopften Kaufhäusern. Ich bin ganz ehrlich: ich hasse das. Was dafür an Lebenszeit verstreicht, unglaublich. Gegen das Schenken selbst habe ich nichts, nicht dass Sie mich da falsch verstehen. Ihnen nach Lust und Laune neue Beiträge zum Lesen zu schenken, mache ich ja auch immer wieder gerne.

 

 

Gruß, Scrag

 

 

© Markus Gerbl, 2013