3D - Ich film mir meine Meinung

Vor gut zwei Jahren gelang der 3D-Filmtechnik der weltweite Durchbruch, auch mittels des erfolgreichsten Filmes aller Zeiten: "Avatar – Aufbruch nach Pandora". Nun ist 3D in den größten Kinos, wie zum Beispiel Cinemaxx, nicht mehr wegzudenken. Immer mehr Filme werden aus dem traditionellen 2D ins 3D konvertiert, diese man dann mittels einer dafür speziellen Einwegbrille, im klassischen Nerdstyle, anschauen kann.

Ich bin kein Freund der 3D-Technik. Gut, es ist schon beeindruckend wie real manche Filme wirken, doch da ist auch schon der erste Haken an der Sache. Leider nur manche. Die meisten 3D-Filme werden nur als solche verkauft. Nur weil während einer Sendezeit von, sagen wir mal, 122 Minuten mir dreimal irgendwelche Wassertropfen virtuell entgegen kommen, ist das für mich noch lange kein 3D-Film. 3D muss während der ganzen Sendezeit herrschen, sonst ist es eine Mogelpackung.
Der zweiten Haken: der sündhaft teure Eintrittspreis, dieser meist dem Doppelten vom Eintrittspreis eines 2D-Films entspricht. Für mich eine absolute Unverschämtheit. Klar weiß ich, dass die Kosten der Produktion deutlich teurer sind, aber nicht so hoch, dass die Kinobranchen das Recht besitzen sollten, einem das Doppelte aus der Tasche ziehen zu dürfen.
Dritter Kontrapunkt sind die gesundheitlichen Risiken, und das sind nicht gerade wenige. Viele Kinobesucher mussten schon nach einer halben Stunde den Kinosaal mit Schwindelanfällen und Übelkeit verlassen. Auch zu Krämpfen und Bewusstseinsstörungen kann 3D führen. Forscher sind daran, die Folgen zu minimieren. Eine kleine, erfreuliche Nachricht, denn ich schaffe es zum Beispiel auch nicht, 3D kontinuierlich während zwei Stunden anzuschauen. Mindestens drei-, viermal muss ich die Brille absetzen und so auf die Leinwand blicken. Außerdem habe ich im Anschluss meist Kopfschmerzen.
Viertens: das räumliche Denken wird einem Abgenommen. Generell wird schon bei 2D-Filmen einem sehr viel eigene Vorstellungskraft geraubt. Es gibt viel zu wenig Stellen, an denen man mitdenken muss, nein, zu oft wird einem alles vorgekaut. Ich stell mir dann immer vor, wie es wäre, mitten dabei zu sein, doch durch die 3D-Technik kann ich das knicken.
Fünfter Punkt, und das ist noch ein spezieller Grund, die, aus Anlass des 3D-Booms, Filmremakes von zum Beispiel "Titanic" oder "Star Wars – Episode 1", die in diesem Jahr noch in die 3D-Kinos kommen sollen. Oder "Der König der Löwen" aus dem letzten Jahr. Was soll das? Filmklassiker, die ihren ehrenvollen Platz in unseren Erinnerungen eingenommen und sämtliche Preise abgeräumt haben, sollten bitte, bitte nicht in 3D wieder hervorgeholt werden. Neue Verfilmungen okay, aber keine Klassiker.

Wenn ich es vermeiden kann, vermeide ich 3D. Privat funktioniert dies Prima. Beruflich kann ich aber nicht immer einen Bogen darum machen. Ab und an muss ich diesen Trend als Radiomoderator folgen, um darüber die eine oder andere Sendung zu gestalten. Ausführlicheres dazu wäre Stoff für einen anderen Meinungsbeitrag.

 

 

© Markus Gerbl, 2012