Ein Mythos, der lebt

Es gibt viele Mythen in unserer Zeit, doch kein Mythos fasziniert mich mehr als der der Drachen. Mein Thema heute im Gastbeitrag soll sich genau um diese „schlangenartigen Mischwesen (Fabelwesen)“, wie Drachen definiert werden, drehen und vor allem auch deren Rolle in fiktiven Romanwelten beleuchten.

 

Drachen setzen sich aus mehreren Wesen zusammen. Die Körpergrundform erinnert an eine Schlange. Der zumeist geschuppte Körper an den der Krokodile. Der Kopf entspricht ein wenig dem eines Löwen oder auch ebenso einem Krokodils bzw. eines Wolfes. Kommt immer darauf an, wie der Drache dargestellt wird. Manche Drachen besitzen auch drei oder sogar sieben Köpfe. Die Füße sind wie die Tatzen einer Raubkatze, manchmal auch wie die Klauen eines Adlers und auch ihre Flügel sehen ein wenig aus wie eine Mischung aus Adler und Fledermaus. Außerdem haben Drachen gespaltete Zungen und können zumeist Feuer spucken.

Es gibt aber auch noch andere Drachenformen, wie Seeungeheuer, die weniger Merkmale aufweisen, meist keine Füße und auch meist keine Flügel besitzen. Stattdessen manchmal Flossen. Meines Erachtens dürfte eines der bekanntesten Seeungeheuer „Nessie“ aus dem See „Loch Ness“ in Schottland sein, an deren Existenz bis heute noch einige Menschen glauben.

Aber auch der chinesische Drache dürfte eine weitere Drachenform sein, da dieser aus noch mehr Tieren besteht, als ich es vorhin beschrieben habe. Wie der Drache heute noch in China verehrt wird, ist unübersehbar.

 

Bei uns kommt der Drache hauptsächlich in Sagen und in der Fantasy-Literatur vor. Sie werden vor allem in der Fantasy-Literatur als schreckliche, einen Schatz hortende Monster beschrieben. Ihre Behausung wird Drachenhort genannt. Ein klassisches Beispiel hierfür findet man im Roman „Der kleine Hobbit“, in dem der Drache Smaug nach seiner Eroberung der Zwergenstadt unter dem Einsamen Berg den an sich gerissenen Zwergenschatz bewacht. Das Schuppenkleid dieses Drachens ist die beinahe perfekte Rüstung durch das lange liegen auf dem Goldschatz. Nur eine kleine Schwachstelle bringt ihn schließlich zu Fall.

 

Ganz anders wird der Drache Fuchur in „Die unendliche Geschichte“ dargestellt, als gutmütiger „Glücksdrache“. Fuchurs Schuppen sind perlmuttfarben, schimmern rosig und glitzern weiß. Er hat eine üppige Mähne sowie Fransen am Schweif und an den anderen Gliedmaßen. Da er ein Glücksdrache ist, hat er so gut wie keine Ähnlichkeit mit gewöhnlichen Drachen, wie in meinem vorhergehenden Beispiel. Er lebt weder in einer dunklen Höhle, noch hortet er einen Schatz oder  richtet aus Spaß Verwüstungen an. Er besitzt keine ledernen Flügel und ist keinesfalls plump, sondern hat einen langen geschmeidigen Leib.

 

In Harry Potter nehmen Drachen gleich verschiedene Rollen rein: als widerspenstiges Haustier, gefährlicher Turniergegner oder unfreiwilliger Fluchthelfer. Sie sind den klassischen Drachen der europäischen Mythologie nachempfunden.

 

Aber es gibt auch Drachen, die ganz aus der Genrereihe tanzen. Wer kennt nicht den kuscheligen Drachen Tabaluga, Held einiger Musicals und Beschützer Grünlands? Er ist der erste Drache, der in mein Leben trat und mit dem ich aufgewachsen bin.

 

Fazit: Der Mythos der Drachen lebt bei uns Menschen mittlerweile eher in der Literatur, als im realen Leben, obwohl noch einige Menschen unter uns an ihre Existenz glauben. Auch Wissenschaftler.

 

Übrigens, in Drachenblut baden kann vor Angriffen enorm schützen. Siegfried der Drachentöter hat es vorgemacht, dennoch wurde ihm schließlich ein Eichenblatt auf seiner Schulter zum Verhängnis, da dieser Bereich nicht mit Blut benetzt wurde. Also immer schön darauf achten, dass man sich vor einem Drachenkampf gründlich entlaubt!

 

 

© Markus Gerbl, 2013

 


Nachwort:

Diesen Artikel schrieb ich für den Blog: Weltenschmiede, auf dem er auch zuerst veröffentlicht wurde.