Mission Impossible?

Letzten Donnerstag war bei TV-Total ein junger Mann zu Gast, der sich im Auswahlverfahren einer bemannten Marsmission unter dem Namen „Mars One“ befindet. Diese private Stiftung, die ihren Sitz in den Niederlanden hat, hat sich zur Aufgabe gemacht, zwischen 24 und 40 ausgewählte Personen bis zum Jahr 2024 auf den Mars zu schießen.
Jetzt frage ich mich: Ist das überhaupt möglich?

Eine heikle Mission, nicht für das Raumschiff an sich, aber für die bemannte Fracht. Wie zum Beispiel ernähren sich die Astronauten während ihres siebenmonatigen Fluges zum Mars? Denn anders als etwa bei der Raumstation ISS, die um die Erde kreist und so immer wieder mit Nachschub an Astronautenkost und Sonstigem versorgt werden kann, dürfte diese Option bei der Marsmission wegfallen. Also gleich von Anfang an genügend Nahrung mitnehmen? Auch das stelle ich mir schwierig vor. Mehr Nahrung, mehr Gewicht. Mehr Gewicht, mehr Treibstoff. Mehr Treibstoff, mehr Gewicht.

Wenn ich da andere Faktoren wie Sauerstoffversorgung, Versorgung mit Wasser und die Schwerelosigkeit während dieses langen Fluges anschaue, bin ich etwas optimistischer, da dort mehr Erfahrungen durch die Astronautenaufenthalte auf der ISS bestehen. Dennoch dürften auch da in dieser kurzen Zeit bis zur geplanten Mission einige Optimierungen anfallen.

Und dann gibt es da noch dieses berüchtigte Heimweh. Wie werden das die Astronauten wegstecken? Ein Rückflugticket wird es nicht geben. Einmal gestartet, ist man / frau Teil dieses Teams mit der Aufgabe, auf dem Mars eine neue Zivilisation zu gründen.

Mich persönlich würden keine zehn Pferde auf den Mars bekommen. Mal abgesehen davon, dass ich die Kriterien sowieso nicht erfüllen würde. Ich glaube, dass ich weder die physische, noch die psychische Stabilität besäße und die Vorstellung, mich zukünftig nur noch vegan auf dem Mars ernähren zu müssen, raubt mir den Verstand als bewusster Fleischliebhaber.

Apropos Mars… Nach dem Flug enden die Schwierigkeiten natürlich nicht. Auf dem Mars gibt es nur eine dünne Atmosphäre aus Kohlenstoffdioxid, eine endlose rote Wüste, die nur an den Polen in Eiswüsten übergehen, und es herrschen etwa Minus 50 Grad Außentemperatur. Keine Tiere, keine Pflanzen, außer eben die Mitgebrachten und keine grünen Marsbewohner. Ein Leben in hermetisch abgeriegelten Kapseln, welches dort Standard wäre, ist ebenso nicht mein Ding. Ich liebe die frische Luft, vor allem die im Schwarzwald oder am Meer.

Also viel Spaß allen Teilnehmern der Mars-One-Mission, die dort eine Zivilisation gründen wollen. Ich bleibe lieber in meinem gewohnten Umfeld.

 

 

© Markus Gerbl, 2015